Februar 2019

Sechs
„ganz normale“ Tage im besetzten Palästina
(Auszug aus der monatlichen Auflistung der Palästinensischen Mission in Berlin)

17. Februar: Nahe Tubas, in der besetzten Westbank, greifen Siedler einen palästinen-sischen Schäfer und seine Herde an. Sie rasen mit hoher Geschwindigkeit auf die Herde zu und überfahren ein Schaf. Anschließend stehlen sie zwei weitere Schafe und gehen auf den Schäfer los. Dies alles geschieht im Beisein von israelischen Besatzungstruppen, die den Schäfer schließlich verhaften und stundenlang verhören. (Ma’an)

Im besetzten Jerusalem wird die Familie Abu Assab von Besatzungstruppen aus ihrem Haus gezerrt, um Platz für jüdische Siedler zu machen. Ein israelisches Gericht hatte entschieden, die seit 65 Jahren in dem Haus lebende Familie zu enteignen und zu vertreiben. Der Vater Hatem Abu Assab wird im Zuge der Räumung vor den Augen seiner Familie von israelischen Besatzungstruppen verprügelt. (Wafa) 

18. Februar: Israelische Polizeitruppen stürmen die Al-Aqsa-Moschee im besetzten Jerusalem, verhaften dort Einzelne, sperren alle Zugänge zur Moschee und zwingen die Betenden aus der Moschee (Wafa).
                                                                                                                                   
19. Februar: Bei Razzien in der gesamten besetzten Westbank werden mindestens 16 Palästinenser verhaftet, darunter einige Minderjährige, und zwar im Hebron-Distrikt, in Bethlehem, in Ramallah, in Qalqilya und in Jenin. (Ma’an)

Nördlich von Nablus beschlagnahmen Besatzungstruppen Fliesen im Wert von 100.000 Shekel (24.400 Euro) des Palästinensers Khaled Tamimi. Sie begründeten die Beschlagnahmung damit, dass Tamimi die Kacheln nicht im Gebiet, welches unter das C-Gebiet fällt, ausstellen dürfe. (Wafa)

Im besetzten Jerusalem versammelt sich aus Protest gegen die Schließung des Goldenen Tores eine Menge Gläubiger zum Abendgebet. Dutzende Palästinenser werden verletzt, als israelische Truppen brutal gegen die Betenden vorgehen. Mindestens fünfzehn  Palästinenser werden verhaftet. (Wafa)

20. Februar : Besatzungstruppen verhaften mindestens 40 Palästinenser in der gesamten besetzten Westbank, 26 davon im besetzten Jerusalem. Der Großteil von ihnen wird beim Beten verhaftet, als israelische Truppen das Gelände der Al Aqsa Moschee stürmen. Fünf Gläubigen wird untersagt, den Haram Al-Sharif (Tempelberg) in den kommenden Wochen zu betreten. (Div.)

Im besetzten Jerusalem wird eine palästinensische Familie obdachlos, weil israelische Bulldozer die beiden Häuser der Familie im Stadtteil Beit Haninna zerstören. Der Großteil der insgesamt 10-Köpfigen Familie al-Muhtaseb sind Kinder… Die Angestellten der Besatzungsbehörden übergaben am selben Tag noch weitere Abrissanordnungen an palästinensische Familien. (Ma’an)

Hunderte radikaler Siedler, eskortiert von einem Großaufgebot israelischer Besatzungstruppen, erzwingen sich den Zugang zum Josefs-Grab in der Stadt Nablus in der besetzten Westbank. Daraufhin versammeln sich Palästinenser, um gegen das Eindringen zu protestieren. Die Besatzungstruppen feuern direkt mit schweren Gummigeschossen und Tränengasgranaten auf  die Palästinenser und verletzen 10 Menschen. (Wafa)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      21. Februar: Vor der Küste des Gaza-Streifens attackiert die israelische Marine zwei palästinensische Fischerboote. Israelische Soldaten eröffnen von einem Schiff das Feuer auf ein Boot, auf dem ein palästinensischer Fischer mit seinem Sohn arbeitet. Die beiden werden getroffen und verletzt festgenommen. Das beschädigte Boot wird konfisziert. Ein weiteres Boot wird von einem israelischen Schiff gejagt und gerammt. Der Fischer an Bord wird schwer verletzt und muss ins Krankenhaus gebracht werden. (Wafa)

In Hebron greifen extremistische Siedler gemeinsam mit den Besatzungstruppen am Morgen eine Grundschule in der Altstadt an. Mehr als 30 Schüler erleiden aufgrund des massiven Beschusses mit Tränengas schwere Atemnöte. (Ma’an)

22. Februar: Bei den wöchentlichen Demonstrationen im Gaza-Streifen zum Großen Marsch der Rückkehr erschießen die israelischen Besatzungstruppen den 15-Jährigen Youssef Said Hussein al-Dayeh mit scharfer Munition. Mehr als 41 weitere Palästinenser werden durch den Beschuss verletzt. (Ma’an)

Im Dorf al-Mughayyir nahe der Stadt Ramallah in der besetz-ten Westbank demonstrieren Palästinenser friedlich gegen die Beschlagnahmung ihres Landes. Die Besatzungstruppen schießen rücksichtslos mit scharfer Munition, Gummi-  geschossen und Tränengas auf die Demonstranten und verletzen drei Palästinenser schwer. Dutzende weitere erleiden Atemnot durch den massiven Einsatz von Tränengas. (Ma’an)

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