Trotz alledem – Palästinenser bleiben in ihrem Land

1947 lebten 1.900.000 Menschen in Palästina, davon 2/3 Palästinenser und 1/3 Juden.

Der UNO-Teilungsplan teilte 1947 dem zukünftigen israelischen Staat 56% Land zu, den Palästinensern 42%, ohne mit den Betroffenen darüber zu verhandeln.

Im Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet.

Wie steht es in der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel vom 15. 5. 1948:

„Der Staat Israel ... wird volle soziale und politische Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Religion, der Rasse und des Geschlechts gewähren.“

Gleichwohl fand von 1947-49 die ethnische Säuberung unter dem 1. Ministerpräsidenten Ben Gurion statt. Zitat: „Ich bin für Zwangsumsiedelung, darin sehe ich nichts Unmoralisches.“

750.000 Palästinenser mussten ihr Land verlassen, 539 Dörfer wurden zerstört, deren Bevölkerung vertrieben, ermordet, ausgeplündert („Al Nakba“ - die Katastrophe).

Die Flüchtlinge und ihre Nachkommen leben bis heute in den Nachbarländern in Lagern.

Bis heute hat kein Flüchtling ein Rückkehrrecht, eine Entschädigung bekommen.

Im 6-Tagekrieg 1967 wird erneut Land besetzt und das israelische Staatsgebiet auf 78% erweitert. Es gibt erneut Flüchtlinge.

Wird die UNO aktiv gegen diese Völkerrechtsverletzung?

Die UNO-Resolution 242 von 1967 fordert den Rückzug aus den besetzten Gebieten, bis heute ohne Ergebnis !! Stattdessen findet ein illegaler israelischer Siedlungsbau statt, es wird immer noch mehr Land annektiert. Ziel ist ein Groß-Israel – „Eretz Isreal“.

Palästinenser leben heute in Enklaven, von Check-Points und hoher Mauer abgeriegelt. Willkürliche Hauszerstörungen, Enteignungen und Verhaftungen sind alltäglich.

Sie bleiben trotzdem

Sie wehren sich durch ihr Da-Sein, bewahren sich ihre kulturelle Identität. Sie wehren sich aber auch mit Steinwürfen und Attentaten gegen die überlegene israelische Militärmacht.

Manche flüchten nach Europa und in die USA.

Gibt es Hoffnung auf Frieden?

Viele Friedensverhandlungen wie in Camp David (1978), Madrid (1991), Oslo (1995), die Roadmap (2003), US-Außenminister Kerry (2013) verliefen erfolglos. Israelische Politiker verkündeten im Wahlkampf 2015, dass sie keinen Palästinenserstaat wollen.

Warum werden die Palästinenser nicht aufgeben?

In der UNO erkennen mittlerweile 139 Nationen Palästina als Staat an, seit 2012 wird von der Generalversammlung der UNO Palästina als Staat mit Beobachterstatus geführt, seit 2015 kann die Autonomiebehörde Klage gegen Kriegsverbrechen beim Haager Gerichtshof führen.

Viele ausländische Hilfsprojekte, Städtepartnerschaften geben den Palästinensern Hoffnung.

Und Martin Buber, ein jüdischer Religionsphilosoph, forderte schon 1919: “… eine dauerhafte und feste Übereinkunft mit den Arabern auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu schaffen und aufrecht zu erhalten, eine umfassende brüderliche Solidarität.“

Wann gibt es nach 60 Jahren Konflikt endlich für Israel und Palästina einen gerechten Frieden?

Tafel 3 Bildungsarbeit: