Zwei „ganz normale“ Wochen im Oktober im besetzten Palästina
(Auszug aus der monatlichen Auflistung der Palästinensischen Mission in Berlin)

  1. Oktober: Etwa 400 extremistische, gewaltbereite Siedler randalieren in der Altstadt Jerusalems. Sie hämmerten an die Türen von palästinensischen Geschäften, warfen Steine und zerstörten Autofenster. Mindestens ein palästinensischer Geschäftsinhaber wurde bei den Angriffen in seinem eigenen Geschäft verletzt und musste zur Behandlung ins Krankenhaus. (div. Quellen)
    Von Militärischen Stützpunkten am Grenzzaun entlang feuern Besatzungssoldaten auf palästinensisches Ackerland und Gärten in Kissofim und Soufa, östlich von Khan Younis gelegen. (Al Ayam)
  1. Oktober: Israelische Besatzungstruppen nehmen 18 Palästinenser im Zuge nächtlicher Razzien in Ost-Jerusalem und Umgebung fest. (Wafa)
  1. Oktober: In dieser Woche gibt Israel Pläne für Tausende neue Siedlungswohneinheiten in der besetzten Westbank bekannt. So sollen allein in der völkerrechtswidrigen Siedlung Giv’at Hamatos rund 1.600 neue Wohneinheiten gebaut werden. Insgesamt sind 2.616 neue Wohnungen an verschiedenen Standorten in der besetzten Westbank geplant. (div. Quellen)
    In Hebron schlagen zwei radikale Siedler auf zwei palästinensische Kinder ein. Amir Ramadan (3 Jahre) und seine Schwester (8Jahre) waren auf dem Schulweg, als sie angegriffen wurden. (Al Hayat Al Jadida)
  1. Oktober: Im Gebiet von Hebron, in der Ortschaft Al-Tuwani, zerstören israelische Truppen palästinensisches Ackerland und Strukturen. (Maan)
    Bei Auseinandersetzungen mit der Besatzungsarmee werden in Beit Ummar, nördlich der Stadt Hebron in der Westbank, Dutzende Palästinenser verletzt. Die Soldaten setzten Tränengas und Gummigeschosse ein. (Al Quds)  
  1. Oktober: In der nördlichen Westbank nehmen Besatzungstruppen mindestens 10 Palästinenser bei Razzien und Hausdurchsuchungen fest. (IMEMC)
  1. Oktober: Am Freitagnachmittag feuern Besatzungstruppen eine große Anzahl von Gummigeschossen und Tränengas in der Stadt Hebron ab. Dabei wird der 15-jährige Odai Ibrahim Abu Aisha ins Bein getroffen. Augenzeugenberichten zufolge attackierten die Soldaten viele Palästinenser in Bab Al-Zawiya und nahmen eine größere Anzahl auch fest. (IMEMC)
    Ein 19-jähriger Palästinenser wird an der Küste des nördlichen Gaza-Streifens von Besatzungstruppen angeschossen, als die Truppen das Feuer auf sein Boot eröffneten. (IMEMC)
  1. Oktober: In Hebron attackieren in den Nachtstunden Dutzende radikaler Siedler palästinensische Häuser in Tel Rumeida und Karnatina. (Safa)
  1. Oktober: … In nächtlichen Razzien in der Westbank und Ost-Jerusalem verhaften israelische Besatzungstruppen mindestens 66 Palästinenser, zumeist Jugendliche. (Maan)
    In den Ortschaften Mghayer und Bourin, nordöstlich der Stadt Ramallah, Westbank, stehlen Siedler die Oliven von rund 200 palästinensischen Olivenbäumen in Mghayer, in Bourin zudem die Oliven von 60 Olivenbäumen. (Al Ayyam)
    Israelische Truppen nehmen die 14-jährige Ghada Shammas an einem Checkpoint in Hebron, Westbank, fest. Die Soldaten behaupteten, dass sie ein Messer bei sich trägt. Obwohl sie keines bei der Durchsuchung ihrer Tasche fanden, nehmen sie das Mädchen fest. (AlAyyam).
    Ein 19-jähriger Palästinenser wird an der Küste des nördlichen Gaza-Streifens von Besatzungstruppen angeschossen, als die Truppen das Feuer auf sein Boot eröffneten. (IMEMC)
  1. Oktober: Eine verdeckt operierende Einheit der Besatzungsarmee nimmt in den Nachtstunden Iyad Bzei aus dem Flüchtlingslager Qalandiya fest. (Al Ayyam)
    Unter dem Schutz der Besatzungstruppen dringen Dutzende radikaler Siedler auf das Gebiet der Al-Aqsa-Moschee vor. (Al Ayyam) 
  1. Oktober: Im Zuge verschiedener Razzien nehmen die Besatzungstruppen insgesamt acht Palästinenser in der Westbank fest. … (Maan)
  1. Oktober: Israelische Besatzungstruppen nehmen einen Palästinenser aus der Ortschaft Ya’bad, südwestlich von Jenin in der Westbank, fest. Er war auf dem Nachhauseweg von seiner Arbeit und wurde am Checkpoint Kfert-Abed-Junction festgenommen. … (Wafa)  
  2. Oktober: Radikale Siedler und Truppen der israelischen Besatzungsarmee attackieren britische Aktivisten, die in einer Delegation anlässlich des 100. Jahrestages der Balfour-Deklaration nach Hebron gereist sind. (Al Ayyam)
    Der Checkpoint westlich der Stadt Tulkarem bleibt geschlossen und schränkt dadurch die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung weiter massiv ein … In der Ortschaft Essawiyeh fanden Razzien statt, darunter Hausdurchsuchungen. Israelische Truppen halten zudem Dutzende von palästinensischen Bauern davon ab, ihre Oliven auf den Feldern zu ernten. (Al Quds)
  1. Oktober: In der Nähe der völkerrechtswidrigen Siedlung Halamish, nordwestlich von Ramallah in der Westbank erschießen Besatzungstruppen den 26-jährigen Muhammad Abdullah Moussa aus dem Dorf Deir Ballout und verwunden seine 33-jährige Schwester Latifa an der Schulter. Die Soldaten hatten das Feuer auf ihr angeblich „verdächtiges“ Auto eröffnet. (Maan)

Ein Bericht von OCHA (UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) dokumentiert die in den vergangenen zwei Wochen durch Besatzungstruppen verletzten und festgenommenen Palästinenser in den besetzten Gebieten: So wurden im Zeitraum vom 12. bis zum 25. September insgesamt 48 Palästinenser verletzt, darunter sind auch 10 Kinder und sechs Frauen. In der Westbank führten die Truppen im gleichen Zeitraum 123 Operationen durch und nahmen dabei 152 Palästinenser, darunter 20 Kinder, fest. Jeweils 37 der Festnahmen erfolgten in Hebron und Jerusalem. Im C-Gebiet zerstörten die Truppen 21 Gebäude unter dem Vorwand, diese seien ohne Genehmigung errichtet worden. 29 Palästinenser, darunter 16 Kinder, wurden obdachlos, etwa 40 Palästinenser verloren ihre Lebensgrundlage. (OCHA)

BITTE BEACHTEN SIE: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


www.pal-ini-hd.de

Treffen der Palästina/Nahost-Initiative HD: jeden 2. u. 4. Do im Monat, 20:00. Welthaus, Hbf HD


Die Palästinainitiative Hannover hat ein Manifest verfasst, das sich an die Bundesregierung richtet. Darin wird die unverzügliche Anerkennung des Staates Palästina gefordert. Wir geben hier das Manifest und seine Begründung wieder.

Anerkennung des Staates Palästina

JETZT!

Manifest

für eine aktive Palästina-Politik Deutschlands


Angesichts der nun 50 Jahre andauernden Besetzung Palästinas und in Anerkennung unserer historischen Verantwortung fordern wir als Bürgerinnen und Bürger von der Bundesregierung:

Die unverzügliche und vollständige diplomatische Anerkennung des souveränen und unabhängigen Staates Palästina in den Grenzen vom 04. Juni 1967.


Grundlagen für die Anerkennung sind

- der Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947
- die Resolution 194 der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom 11.12.1948
- die Waffenstillstandslinie von 1949, die „Grüne Linie“, als international anerkannte Grenze
- die Resolution 2334 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 23.12.2016
- die Unabhängigkeitserklärung der PLO von 1988
- die Anerkennung des Staates Israel in den Grenzen vom 04. Juni 1967 durch die PLO 1993
- die Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat bei den Vereinten Nationen 2012
- die Anerkennung des Staates Palästina durch mehr als 130 Staaten bis heute


Palästina Initiative Region Hannover                                 
Hannover, den 30. März 2017


Erstunterzeichner:
Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister der Stadt Jena
Heidi Merk, Landesministerin a. D.
Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister a. D.
Dr. Yazid Shammout, Unternehmer, Vors. der Pal. Gemeinde Deutschland - Hannover e.V.
Prof. Dr. Norman Paech

Aref Hajjaj, Publizist

V.i.S.d.P. Astrid Wortmann,         Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!          www.palaestina-initiative.de

Texte von Uri Avnery

Apr 29, 2017

EIN TIEFER Seufzer der Erleichterung kommt direkt aus dem Herzen.

Als ich zehn Jahre alt war, floh meine Familie aus Nazi-Deutschland. Wir hatten das Gefühl, dass die Gestapo hinter uns her war. Als wir uns der französischen Grenze näherten, war unsere Furcht akut. Als unser Zug die Brücke überquerte, die Deutschland von Frankreich trennte, stießen wir einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus. 

Es war fast derselbe Seufzer. Frankreich hat wieder eine Botschaft der Freiheit gesandt. 

Emanuel Macron (Emmanuel ist ein hebräischer Name und bedeutet „Gott mit uns“) hat die erste Runde gewonnen und es gibt eine starke Möglichkeit, dass er bei der zweiten Runde auch gewinnt. 

Dies ist nicht nur eine französische Angelegenheit. Es geht die ganze Menschheit an.

ZUERST HAT es einen Zauberspruch gebrochen 

Wir stellen hier die uns zugesandten Berichte uns befreundeter Friedenorganisationen zum lesen ein:

  • Gush Shalom
  • Uri Avneri
  • Christian Peace Makers
  • BIB Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung
  • BTS Break the Silence